Besondere Pubs

Über 7.000 Pubs gibt es in Irland – vom winzigen Dorftresen bis zum ikonischen Musiksalon. Viele sind alt, manche kurios, andere weltberühmt. Doch einige stechen besonders heraus: durch ihre Geschichte, ihre Lage oder ihre Bedeutung für Irlands Kultur.

Die folgende Auswahl zeigt fünf dieser Orte – stellvertretend für unzählige andere.

Sean’s Bar (Athlone) – Der älteste Pub

Sean’s Bar in Athlone gilt offiziell als der älteste Pub Irlands – und möglicherweise der Welt. Seine Geschichte reicht nachweislich bis ins 10. Jahrhundert zurück. In den Wänden des Gebäudes wurden Lehm und Holzspäne gefunden, die mithilfe von Radiokarbonmessung datiert wurden – die Funde sind im Nationalmuseum in Dublin ausgestellt.

Heute ist Sean’s Bar ein quirliger, aber uriger Pub am Shannon-Ufer – mit Musik, Geschichte und Guinness. Wer hier einkehrt, steht buchstäblich in einem Stück irischer Vergangenheit.

Fassade von Sean’s Bar mit Guinness-Werbung, Blumen und Tischen vor dem Eingang.

The Brazen Head (Dublin) - Der älteste lizensierte Pub

The Brazen Head gilt als Irlands ältester lizenzierter Pub – mit einer Geschichte, die laut Aufzeichnungen bis ins Jahr 1198 zurückreicht. Schon im Mittelalter wurde hier ausgeschenkt, diskutiert und geschrieben.

Die Lage am südlichen Liffey-Ufer machte ihn über Jahrhunderte hinweg zum Treffpunkt für Reisende, Händler und später auch Schriftsteller. Persönlichkeiten wie Jonathan Swift oder James Joyce sollen hier gesessen haben.

Heute vereint der Brazen Head Geschichte und Publikum: Alte Mauern, Livemusik, Touristen – und immer wieder auch Einheimische, die nur kurz „auf ein Pint“ vorbeikommen.

Steinerner Eingang von „The Brazen Head“ mit Zinnen und dem Schriftzug „Ireland’s Oldest Pub – 1198“.

Johnnie Fox’s Pub (Glencullen) – Der höchstgelegene Pub

Johnnie Fox’s liegt in den Dublin Mountains – etwa 30 Minuten außerhalb der Innenstadt – und gilt als der höchstgelegene Pub Irlands. Die Lage ist nicht nur geografisch besonders, sondern auch kulturell: Hier trifft urige Bergatmosphäre auf irisches Showtalent.

Bekannt ist der Pub für seine „Hooley Nights“ – Abende mit traditionellem Essen, Livemusik und irischem Tanz. Doch auch tagsüber zieht er Besucher an, die die Mischung aus Aussicht, Geschichte und Stimmung suchen.

Drinnen wirkt alles wie ein über Jahrzehnte gewachsener Sammelplatz: Fotos, Werkzeuge, Musikinstrumente, Schilder – jede Wand erzählt ihre eigene Geschichte.

Weißer Landpub „Johnnie Fox’s“ mit Oldtimer, Blumen und Dekowagen unter blauem Himmel.

The Temple Bar (Dublin) – Der bekannteste Pub

The Temple Bar ist nicht nur ein Pub – er ist ein Symbol. Mit seiner knallroten Fassade, den goldenen Lettern und den langen Warteschlangen davor ist er der wohl bekannteste Pub Irlands. Touristen aus aller Welt machen hier Halt – ob für ein Foto, ein Pint oder einen Abend mit Livemusik.

Dabei gibt es den Pub tatsächlich schon seit 1840, auch wenn der Hype erst mit dem Aufstieg des Temple-Bar-Viertels in den 1990ern kam.

Authentisch ist hier wenig – aber dafür viel Stimmung, jeden Abend. Für viele gehört ein Besuch einfach dazu – auch wenn man nach einem echten „local“ hier vergeblich sucht.

Rotes Pub-Gebäude der Temple Bar in Dublin mit goldener Aufschrift und grüner Bepflanzung.

O’Donoghue’s (Dublin) – Wo die Dubliners begannen

O’Donoghue’s ist einer dieser Pubs, in denen Musik nicht gespielt wird – sie passiert einfach. Berühmt wurde das Lokal durch die legendäre Folkband The Dubliners, die in den 1960er-Jahren hier regelmäßig spielten.

Noch heute ist das Pub ein Hotspot für Live-Trad-Sessions: Musiker setzen sich spontan mit Fiddle, Bodhrán oder Gitarre in eine Ecke – und los geht’s. Die Einrichtung ist eng, die Wände voll mit alten Fotos und Erinnerungsstücken.

Wer nach einem Pub sucht, in dem sich Musik, Geschichte und Alltag wirklich berühren, ist hier genau richtig.

Fassade des Pubs „O’Donoghue’s“ in Dublin mit Schaufensterdeko und der Aufschrift „Guinness for sure!“.

Die hier vorgestellten Pubs sind nur eine kleine Auswahl – aber sie stehen stellvertretend für das, was Irlands Pubkultur so besonders macht: Geschichte, Musik, Gemeinschaft, Eigenheiten.

Ob abgelegen in den Bergen oder mitten im Stadtzentrum – jeder Pub hat seinen eigenen Klang, sein eigenes Publikum, seine eigene Vergangenheit. Und oft beginnt genau hier etwas Neues.